Wie viele Pflanzenarten gibt es weltweit?

Die Pflanzenwelt unseres Planeten ist erstaunlich vielfältig – und gleichzeitig nur teilweise erforscht. Schätzungen zur Gesamtzahl aller Pflanzenarten variieren leicht, doch moderne Daten aus Botanik, Genetik und globalen Artinventaren geben ein recht zuverlässiges Bild.

1. Gesamtzahl der bekannten Pflanzenarten

Aktuell sind weltweit rund 390.000 bis 400.000 Pflanzenarten wissenschaftlich beschrieben.
Davon gelten etwa:

  • ca. 370.000 Arten als Gefäßpflanzen (z. B. Bäume, Sträucher, Kräuter, Gräser)
  • über 20.000 Arten als Moos- und Lebermoose

In diese Zahl fallen:

  • Blütenpflanzen (Angiospermen)
  • Nacktsamer (z. B. Nadelbäume)
  • Farne und Schachtelhalme
  • Moose
  • einige weitere kleinere Gruppen

2. Noch nicht entdeckte Arten

Schätzungen zufolge sind 10–20 % aller Pflanzenarten noch unentdeckt – besonders in:

  • tropischen Regenwäldern
  • abgelegenen Bergregionen
  • wenig erforschten Inseln

Jährlich werden 1.500–2.000 neue Pflanzenarten offiziell beschrieben. Einige davon stammen aus Regionen, die zuvor kaum botanisch erschlossen waren, andere aus bereits bekannten Gebieten (z. B. durch Genanalysen neu abgegrenzte Arten).

3. Verteilung der Pflanzenvielfalt

Hotspots mit besonders vielen Arten sind:

  • das Amazonasgebiet
  • die Andenregion
  • Südostasien (Borneo, Papua)
  • Madagascar
  • das Kap-Florenreich in Südafrika
  • Teile Australiens

Diese Regionen beherbergen teils tausende endemische Arten, die sonst nirgends auf der Erde vorkommen.

4. Bedrohung und Rückgang

Die Pflanzenvielfalt schrumpft dramatisch:

  • Laut internationalen Roten Listen ist jede vierte Pflanzenart bedroht.
  • Hauptfaktoren sind Lebensraumverlust, Klimawandel, invasive Arten und Übernutzung.
  • Auch Pflanzensterben in Böden (z. B. durch Versiegelung oder intensive Landwirtschaft) spielt eine große Rolle.

5. Bedeutung der Pflanzenvielfalt

Pflanzen sind die Grundlage der meisten Ökosysteme und unverzichtbar für:

  • Sauerstoffproduktion
  • Nahrungsnetze
  • Medizinische Wirkstoffe (über 25 % der Arzneimittel stammen ursprünglich aus Pflanzen)
  • Klimaregulation
  • Bodenstabilität
  • Lebensraum für Tiere

Der Erhalt der Pflanzenvielfalt ist daher nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und gesundheitlich relevant.

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