
Wenn Rosenknospen plötzlich angefressen, deformiert oder gar komplett zerstört sind, steckt fast immer ein Schädling dahinter. Die gute Nachricht: Mit genauer Beobachtung lässt sich schnell herausfinden, wer der Übeltäter ist – und wie du deine Rosen effektiv schützt.
Im Folgenden findest du die häufigsten Schädlinge, die Rosenknospen fressen oder beschädigen, inklusive Erkennungsmerkmale, typischer Schäden und Maßnahmen.
1. Rosenblütenstecher (Rosenkäfer, Anthonomus rubi)
Der häufigste Schädling an Knospen.
Erkennen:
- Kleiner, dunkelbrauner bis schwarzer Käfer (ca. 3–4 mm)
- Langer, gebogener Rüssel
- Oft schwer zu entdecken
Schadbild:
- Käfer bohrt Löcher in die Knospe
- Knospen knicken ab oder vertrocknen
- Knospen fallen häufig unaufgeblüht ab
Maßnahmen:
- Befallene Knospen entfernen und entsorgen
- Früh im Jahr (April/Mai) regelmäßig kontrollieren
- Gelbtafeln können helfen
- Bei starkem Befall: Neemöl oder Pyrethrum (biologisch)
2. Dickmaulrüssler
Erkennen:
- Schwarze Käfer (8–12 mm), nachtaktiv
- Tagsüber verstecken sie sich im Boden
Schadbild:
- Halbmondförmige Fraßspuren an Knospen und Blättern
- Deutlichere Blattschäden als Knospenschäden
- Larven fressen zusätzlich Wurzeln
Maßnahmen:
- Käfer nachts absammeln
- Nematoden gegen Larven (HB-Nematoden)
- Versteckmöglichkeiten rund um die Pflanzen reduzieren
3. Rosenblattwespen (Rosenwickler, Rosentriebbohrer)
Mehrere Arten kommen vor.
Erkennen:
- Kleine grüne oder gelbliche Larven (sehen „raupenartig“ aus)
- Beim Berühren kringeln sie sich oft
Schadbild:
- Knospen und junge Triebe werden ausgehöhlt
- Knospen öffnen sich nicht richtig
- Fraßgänge im Inneren sichtbar
Maßnahmen:
- Befallene Triebe zurückschneiden
- Larven per Hand absammeln
- Nützlinge fördern (Vögel, Schlupfwespen)
4. Raupen verschiedener Schmetterlingsarten
Erkennen:
- Grünliche, braune oder bunte Raupen
- Fraß an Knospen, Blättern und Blütenblättern
Schadbild:
- Knospen angefressen oder teilweise ausgehöhlt
- Spinnweben können auftreten
Maßnahmen:
- Raupen absammeln
- Bei starkem Befall: Bacillus thuringiensis (biologisches Mittel)
- Regelmäßig unter Knospen und Blättern nachsehen
5. Blattläuse (indirekter Knospenschaden)
Blattläuse fressen die Knospe nicht an, schädigen sie aber so, dass sie sich nicht richtig öffnet.
Erkennen:
- Große Kolonien grüner, schwarzer oder rosafarbener Läuse
- Klebriger Honigtau
Schadbild:
- Knospen bleiben klein, verformt oder kleben zusammen
- Verkrüppelte Blüten
- Ameisen als Hinweisgeber
Maßnahmen:
- Marienkäfer fördern
- Knospen mit Wasserstrahl abspülen
- Neemöl, Kaliseife, Brennnesseljauche
6. Spinnmilben (seltener)
Schadbild:
- Knospen bleiben klein
- Blätter zeigen helle Sprenkel
- Feine Gespinste
Maßnahmen:
- Luftfeuchtigkeit erhöhen
- Mit Wasser abduschen
- Neemöl oder Raubmilben einsetzen
Wie finde ich heraus, welcher Schädling es ist?
- Knospen genau ansehen: Löcher, Fraßränder, Verformungen?
- Blätter kontrollieren: Halbmondbisse → Dickmaulrüssler, Gespinste → Raupen oder Spinnmilben
- Unterseite der Knospen prüfen: Blattläuse, kleine Käfer
- Abgefallene Knospen öffnen: Befall im Inneren sichtbar
- Nachtkontrolle: Mit Taschenlampe Dickmaulrüssler aufspüren
Wenn du möchtest, kannst du ein Foto deiner Knospen schicken – ich bestimme den Schädling für dich.
Fazit
Die häufigsten Schädlinge, die Rosenknospen fressen, sind Rosenblütenstecher, Dickmaulrüssler, Blattwespenlarven und Raupen. Mit regelmäßiger Kontrolle, frühzeitigem Entfernen befallener Knospen und dem Einsatz natürlicher Mittel lassen sich Rosen gut schützen.
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