
Ob im Gemüsebeet, Blumenbeet oder auf dem Rasen: Die Frage, ob Dünger eingearbeitet werden muss, hängt stark von der Art des Düngers und vom Zweck der Düngung ab. Wer den Dünger falsch anwendet, riskiert Nährstoffverlust, Verbrennungen an den Pflanzen oder eine deutlich geringere Wirkung.
Im Folgenden erfährst du, wann du Dünger einarbeiten musst – und wann nicht.
1. Organischer Dünger – meistens einarbeiten
Organische Dünger bestehen aus natürlichen Materialien wie Kompost, Hornspänen oder Mist. Sie wirken langsamer, müssen aber meistens in den Boden eingebracht werden, damit Bodenorganismen sie optimal zersetzen können.
Organische Dünger, die eingearbeitet werden sollten:
- Hornspäne / Hornmehl
- Kompost
- Pflanzlicher Dünger (z. B. Pellets)
- Gut verrotteter Stallmist
Warum einarbeiten?
- Verbessert die Verteilung im Wurzelbereich
- Fördert die Zersetzung
- Verhindert Nährstoffverluste durch Wind oder Austrocknung
- Minimiert Geruchsentwicklung
Tipp: Leichtes Einharken mit einer Harke oder dem Kultivator genügt meist.
2. Mineralischer Dünger – oft nicht einarbeiten, aber ausnahmen beachten
Mineraldünger sind schnell löslich und wirken unmittelbar. Viele davon müssen nicht eingearbeitet werden, weil sie sich durch Regen oder Gießen selbst verteilen.
Nicht einarbeiten:
- Blaukorn (meist wasserlöslich)
- Flüssigdünger für Topf- und Balkonpflanzen
- Rasendünger (Ausnahme siehe unten)
- Spezialdünger für Kübelpflanzen
Diese Dünger werden einfach ausgebracht und anschließend gewässert.
Einarbeiten sinnvoll bei:
- Langzeit- und Depotdüngern in Granulatform
- Wenig löslichen Körnerdüngern
Das Einarbeiten hilft, die Körner in den Wurzelbereich zu bringen und Nährstoffverluste zu vermeiden.
3. Rasen düngen – niemals einarbeiten
Beim Rasen gilt eine klare Regel:
Dünger einfach gleichmäßig streuen und danach gründlich wässern.
Arbeiten im Boden ist weder möglich noch nötig – der Dünger wandert durch Wasser selbst in die Grasnarbe.
4. Flüssigdünger – nie einarbeiten
Flüssigdünger wird:
- über das Gießwasser verabreicht
- von Pflanzen sofort aufgenommen
Ein Einarbeiten ist nicht nur unnötig, sondern würde auch keinen Effekt bringen.
5. Mulch, Rindenhumus & Co. – nicht einarbeiten, aber kombinieren
Mulchmaterial (Rindenmulch, Holzhäcksel, Laubmulch) bleibt immer auf der Oberfläche.
Da diese Materialien dem Boden Stickstoff entziehen können, kombiniert man sie oft mit einem leicht einzuarbeitenden Stickstoffdünger wie Hornmehl.
6. Fazit
Ob Dünger eingearbeitet werden muss, hängt von seiner Zusammensetzung ab:
- Organische Dünger: meistens einwässern oder leicht einarbeiten
- Mineraldünger: häufig obenauf streuen + wässern
- Langzeitdünger: je nach Form leicht einarbeiten
- Flüssigdünger: niemals einarbeiten
- Rasendünger: nur streuen + wässern
Die richtige Anwendung sorgt dafür, dass die Pflanzen optimal versorgt werden und du keine Nährstoffe verschwendest.