Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer Ökosysteme. Im Gegensatz zur Honigbiene leben sie meist solitär und sind in ihrer Lebensweise, Nahrungsspezialisierung und ihrem Lebensraum äußerst vielfältig. Statistische Daten zeigen, wie bedeutend – aber auch wie bedroht – diese Insektengruppe ist.
1. Artenvielfalt
- Weltweit gibt es rund 20.000 Wildbienenarten.
- In Europa sind es etwa 2.000 Arten.
- In Deutschland leben rund 600 Wildbienenarten, darunter Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Scherenbienen und viele weitere Gattungen.
2. Gefährdungsstatus
Die Situation ist kritisch:
- In Deutschland stehen über 50 % der Wildbienenarten auf der Roten Liste.
- Etwa 30 Arten gelten als ausgestorben oder verschollen.
- Nur ein kleiner Teil der Arten gilt als stabil.
Hauptursachen:
- Verlust von Lebensräumen (intensive Landwirtschaft, Versiegelung)
- Pestizide
- Rückgang blühender Pflanzen
- Klimawandel
3. Bestäubungsleistung
- Rund 80 % der Wild- und Nutzpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen – ein Großteil davon auf Wildbienen.
- Viele Wildbienenspezialisten bestäuben Pflanzen deutlich effizienter als Honigbienen, z. B. in Obstkulturen.
- In einigen Regionen übernehmen Wildbienen bis zu 70 % der Bestäubungsarbeit, etwa bei Kirschen und Beeren.
4. Lebensweise in Zahlen
- 75–80 % aller Wildbienen nisten im Boden.
- 20–25 % nutzen Hohlräume, Totholz oder Pflanzenstängel.
- Etwa 30 % der Arten sind oligolektisch – also auf wenige Pflanzenfamilien spezialisiert.
- Der Flugradius vieler Arten beträgt nur 150–500 Meter – daher sind lokale Blühflächen entscheidend.
5. Wirtschaftliche Bedeutung
- Die weltweite Bestäubungsleistung aller Bestäuber wird auf über 200–300 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
- Wildbienen tragen dabei einen erheblichen, häufig unterschätzten Anteil bei, insbesondere durch ihre Effizienz und Spezialisierung.
6. Schutz & Maßnahmen
Statistiken aus Schutzprogrammen zeigen, dass Wildbienenpopulationen profitieren von:
- Vielfältigen Blühflächen (mehrjährige Wiesen, Ackerrandstreifen)
- Totholz- und Sandflächen als Nistplätze
- Pestizidreduktion, vor allem bei neonikotinoiden Stoffen
- Begrünung urbaner Räume: Städte können Hotspots für Wildbienen sein, wenn genügend Nahrungs- und Nistmöglichkeiten vorhanden sind.